Australian Shepherd Fellfarben
Australian Shepherd Farben: Die faszinierende Vielfalt von Black bis Red Merle
Der Australian Shepherd ist berühmt für seine Farbvielfalt. Kaum eine andere Rasse bietet so viele markante und ausdrucksstarke Fellzeichnungen. Von tiefem Schwarz über marmoriertes Blau bis hin zu warmem Rot. In diesem Artikel erklären wir dir die wichtigsten Farben wissenschaftlich verständlich, aber ohne Fachchinesisch: perfekt für Welpeninteressenten, Neulinge und alle, die mehr über ihren Aussie wissen möchten.
Die vier Hauptfarben des Australian Shepherd im Überblick
Der Rassestandard (FCI & ASCA) erkennt vier Grundfarben an: Black (Schwarz), Blue Merle, Red (Rot) und Red Merle, jeweils mit oder ohne Kupfer (Tan-Points) und/oder Weiß. Hier die Klassiker mit beiden Abzeichen:




Wie entstanden diese Farben? Ein kleiner Blick in die Geschichte
Der Australian Shepherd entstand im 19. Jahrhundert in den USA als vielseitiger Hütehund für Schafe, Rinder und Geflügel. Form follows Function war das Motto beim Körperbau und beim Gangwerk: Was sich an der Arbeit am Vieh als Nützlich erweist (z.B. ein effektives, müheloses Gangwerk) hat sich durchgesetzt. Aber auch leuchtende Farben und Muster halfen den Ranchern, ihre Hunde aus der Ferne zu erkennen, vor allem in staubigen Landschaften oder bei großen Herden. Das Merle-Muster (die marmorierte Aufhellung) ist dabei kein Zufall: Es entstand durch eine natürliche Mutation im SILV-Gen, die zufällig in vielen Hütehunderassen vorkam, darunter auch in den Rassen aus denen der Aussie entstanden ist. Für die Arbeitsfunktion war Merle nie ein Nachteil, sonst wäre diese Farbe durch evtl. auftretende Untauglichkeit für die Arbeit längst verschwunden.
Im Laufe der Zeit wurde die Farbvielfalt gezielt erhalten und erweitert. Heute erfreut sie uns, ist aber auch mit Verantwortung verbunden.
Weitere Farbvariationen im Detail








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Unerwünschte Farben und ihre Risiken
Es gibt Fehlfarben und Farbfehler beim Aussie und manche davon sind mit Risiken behaftet. Der Rassestandard hat bestimmte Farben bewusst zugelassen und andere ebenso bewusst ausgeschlossen – eine Entscheidung, die keineswegs willkürlich ist, sondern einen klaren Sinn ergibt. Das Dilute-Gen (MLPH-Mutation) hellt Schwarz zu Schiefergrau/Isabella oder Rot zu sehr hellem Beige auf. Dilute-Farben gelten beim Aussie als Fehlfarbe und das aus gutem Grund: Hunde dieser Farben könnten mit der Zeit Color Dilution Alopecia (CDA) entwickeln, eine erbliche Haarwuchsstörung mit kahlen Stellen, Schuppen und Hautentzündungen.
Eine weitere Falle: Yellow (sehr helles Creme/Gelb) kann bei Merle-Hunden das Muster fast komplett überdecken, diese Hunde erscheinen überwiegend hell creme/gelb. Das könnte dazu führen, dass unwissentlich Merle x Merle verpaart wird. Wobei selbst das in Zuchtvereinen wie dem CASD ausgeschlossen ist, da alle Elterntiere vor einer Verpaarung genetisch auf Merle getestet weden muss und ein yellowfarbener Hund keine Zuchtzulassung erhalten würde. Der genetische Hintergrund für Yellow (e/e) wird rezessiv vererbt und ist immer noch „verdeckt“ im Genpool der Aussies vorhanden, das trifft auch auf dilute zu (d/d). Es kann also auch bei seriösen Züchtern mal vorkommen, dass in einem Wurf yellow- oder dilutefarbene Welpen fallen. Diese sind dann von der Zucht ausgeschlossen.
Zum Thema excessives Weiß: Wenn mehr als erlaubt (z. B. über den halben Körper, weißer Kopf (White-Head-Faktor) vor allem aber komplett weiße Ohren) vorhanden ist, steigt das Risiko für Taubheit, vollkommen unabhängig von Merle. Auch hier greift der Rassestandard sinnvoll ein: Er schließt exzessives Weiß (besonders ein Zuviel an Kopfweiß) bewusst aus, um die Funktionalität und Gesundheit der Rasse zu erhalten.
Aber auch Double-Merle (M/M oder Mh/M oder Mh/Mh, in Deutschland verboten) führt zu extrem viel weiß und kann damit zur Taubheit führen. Das kommt aber in seriösen Zuchten nachweislich nicht vor und ist in Deutschland verboten.
Aktuelle Statistik der Farbverteilung (Stand 2026) – was zeigt die Praxis?
Schaut man in die Pedigree-Datenbanken (z. B. aussies.de oder nationale Register), dominieren Blue Merle und Black-Tri klar. Blue merle (alle Varianten) führt die Statistik mit 34% an, gefolgt von Black mit 33%. Red (16%) und Red merle (16%) kommen etwas weniger häufig vor.
Vielfalt & Schönheit aber auch Verantwortung
Wir lieben diese unglaubliche Farbpalette, sie macht jeden Aussie einzigartig und ist ein echtes Highlight der Rasse. Gleichzeitig erinnern wir: Ein Australian Shepherd sollte nicht allein aufgrund einer Farbe ausgesucht werden. Die Unterschiede in Charakter, Arbeitsfreude und Eignung sind viel größer und schwerwiegender als der Unterschied zwischen Black und Red Merle. Im Zusammenleben im Alltag hat die Farbe dann keine große Bedeutung.
Für uns selbst spielt die Farbe bei der Auswahl unserer Zuchttiere (ob zugekauft oder selbst behalten) gar keine Rolle, sofern sie nach Rassestandard korrekt sind. Wichtiger sind immer: Gesundheit, Wesen, Pedigree, Leistungsbereitschaft & Passung zum Gesamtzuchtziel. Farbe ist das i-Tüpfelchen, aber nie der Hauptgrund.
Wer tiefer in die Genetik von Merle, mögliche Risiken und die Diskussion um Qualzucht eintauchen möchte: Schau gerne in unserem Merle-Artikel vorbei, dort gehen wir noch detaillierter darauf ein.
Quellen:
Statistik des CASD (Club für Australian Shepherd Deutschland)
Aussie.de https://www.aussie.de/australian-shepherd/farben-fellfarben (2026)
ASHGI Australian Shepherd Health & Genetics Institute (ASHGI): https://www.ashgi.org/home-page/genetics-info/faq/coat-color
FCI Rassestandard FCI-Rassestandard Nr. 342 (Australian Shepherd): http://www.fci.be/nomenclature/Standards/342g01-de.pdf