Polyester bei Hunden: Die versteckte Gefahr für Fruchtbarkeit und Gesundheit

 

Als Hundehalter oder Züchter ist es uns besonders wichtig, dass unsere Hunde ein gesundes Leben haben und gesund alt werden können – Aber was, wenn es Produkte im Hundealltag gibt, die Fruchtbarkeit und Gesundheit unserer Hunde gefährden könnten? Eine interessante Studie hat gezeigt, dass Polyestermaterialien bei Hunden zu erheblichen Problemen führen können. In diesem Artikel schauen wir auf die wissenschaftlichen Fakten, erklären die Risiken und geben Tipps, wie wir unsere Hunde schützen können.

Die Hunde in der Studie, die Polyesterkleidung trugen,  entwickelten einen Rückgang der Fruchtarkeit, sowie degenerative Veränderungen. Die gute Nachricht? In den meisten Fällen war der Schaden reversibel, nachdem die Polyester-Kleidung entfernt wurde.

Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei weiblichen Hunden: In einer anderen Untersuchung trugen Hündinnen Polyester-Textilien, was zu einem Abfall des Progesteronspiegels führte und die Konzeption verhinderte. Fünf Monate nach Entfernen der Kleidung normalisierten sich die Hormonwerte, und die Hündinnen konnten wieder trächtig werden. 
Der Hauptgrund? Elektrostatische Felder, die durch Reibung an Polyester entstehen und die Fortpflanzungsorgane stören.

Für Hundehalter und Züchter bedeutet das: Polyesterkleidung, die eng am Körper anliegt, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen – ein Risiko, das besonders bei Zuchttieren teuer zu stehen kommen kann. Nun kann man sagen, unsere Aussies tragen recht selten Kleidung. Aber dabei vergessen wir die unzählichen Hundebetten,  Hundedecken und Spielzeuge die zu einem überwiegenden Teil aus Polyester bestehen! Hier sollte man immer einen Blick auf die enthaltenen Materialien werfen.

Warum Polyesterkleidung und -Bettchen problematisch sind

Polyester ist günstig, langlebig und wasserabweisend – Eigenschaften, die es zu einem Favoriten für Hundekleidung und Bettchen machen. Aber es gibt auch Risiken:

  • Elektrostatische Aufladung: Polyester erzeugt durch Reibung positive Ladungen, die ein elektrostatisches Feld um die Genitalien aufbauen. Dies kann die Fruchtbarkeit bei Rüden stören und bei Hündinnen die Ovulation behindern.
  • Zusätzliche Schadstoffe: Polyester kann mit Bisphenol-A (BPA) kontaminiert sein, einem Hormonstörer, der aus der Produktion oder Verpackung stammt. BPA migriert leicht in Textilien und kann in den Körper gelangen, wo es die Hormonbalance durcheinanderbringt und Fruchtbarkeitsprobleme verursacht. Studien zeigen, dass BPA auch in Dosenfutter vorkommt.
  • Epigenetische Effekte durch BPA: Polyester kann BPA freisetzen, das als Hormonstörer wirkt. Studien an Mäusen zeigen, dass väterliche BPA-Exposition die DNA-Methylierung verändert, was zu reduzierter Fruchtbarkeit und metabolischen Störungen bei Nachkommen führt – bis in die dritte Generation. Bei Hunden könnte das zu kleineren Würfen, höheren Fehlgeburten oder schwächeren Welpen führen, was Zuchtprogramme gefährdet
  • Weitere Gesundheitsrisiken durch Mikro- und Nanoplastik aus Polyester

    Polyester zerfällt mit der Zeit in Mikro- und Nanoplastikpartikel, die Hunde einatmen, ablecken oder über die Haut aufnehmen können. Diese winzigen Teilchen verursachen:

    • Oxidativen Stress und Entzündungen: Sie führen zu Zellschäden, die Organe wie Leber, Niere und Darm belasten. Oxidativer Stress kann aber auch die Entwicklung von Katarakt bei Hunden begünstigen
    • Reproduktive Schäden: Bei Tieren können sie die Fruchtbarkeit mindern, Wachstumsstörungen verursachen und sogar transgenerationale Effekte haben.
    • Immun- und Verhaltensstörungen: Nanoplastik kann die Blut-Hirn-Schranke durchdringen, was zu Verhaltensänderungen oder Immunschwäche führt.

Diese Kombination macht Polyester nicht nur für die Fruchtbarkeit, sondern auch langfristig für die allgemeine Gesundheit riskant.

⚠️ Die wachsende Gefahr durch Produkte aus China

In den letzten Jahren ist der Import günstiger Haustierprodukte aus China explodiert. Der Markt für Hundebetten wächst rasant, und Polyester dominiert als Material: Es macht einen großen Anteil aus, da es kostengünstig produziert werden kann. In China, dem größten Exporteur, werden viele Bettchen aus recyceltem oder billigem Polyester hergestellt, oft ohne strenge Qualitätskontrollen. Zudem können diese Produkte noch weitere schädliche Rückstände enthalten wie Phthalate, Flammschutzmittel (z. B. PBDEs), Formaldehyd und Schwermetalle (wie Blei oder Arsen). Besonders problematisch: Viele dieser Stoffe sind in der EU seit Jahren stark reguliert oder verboten, doch bei Importen aus Drittländern fehlen oft wirksame Kontrollen – sodass sie unbemerkt in deutsche Haushalte gelangen und über Hautkontakt, Ablecken oder Einatmen in den Körper des Hundes übergehen können. Langfristig erhöht das das Risiko für hormonelle Störungen, Fruchtbarkeitsprobleme und chronische Erkrankungen.

💡 Praktische Tipps

Als Hundehalter haben wir es in der Hand! Hier eine Checkliste für sichere Alternativen:

Vermeiden!

  • Polyester
  • Nylon
  • Elasthan

Empfohlen!

  • Baumwolle
  • Leinen
  • Wolle
  • Wählt natürliche Materialien: Baumwolle, Leinen, Leder, Hanf oder Wolle sind atmungsaktiv, frei von elektrostatischen Feldern und BPA-frei. Sie regulieren die Temperatur besser und reduzieren Allergierisiken.
  • Labels überprüfen: Schaut nach „100% Baumwolle“ oder „ökologisch zertifiziert“. Vermeide „Polyester-Mix“ in Bettchen und Kleidung
  • Schritt für Schritt: alte Polyester-Produkte schrittweise ersetzen.
  • Für Züchter: Besonders wichtig ist das Materiall in der Wurfkiste! Fragt bei Herstellern der VetBeds an, diese können zusätzlich noch Triclosan enthalten

Polyester mag praktisch sein, doch die Risiken für Fruchtbarkeit und Gesundheit sind real – untermauert durch Studien und der Zunahme günstiger Importe. Als verantwortungsvoller Hundehalter oder Züchter können wir dafür sorgen, dass wir dieses Risiko einfach eliminieren, indem wir auf natürliche Materialien umsteigen. Zu Bedenken wäre auch, dass Polyester sicher auch für uns Menschen nicht ideal ist, da wir mit die Wäsche handhaben und somit auch Mikroplastik und BPA ausgesetzt sind.

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Quellen

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